Ohrerkrankungen

Entzündungen des äußeren Gehörgangs oder des Mittel- bzw. Innenohres kommen auch bei Heimtieren wie z.B. dem Frettchen, Meerschweinchen, Ratten oder dem Kaninchen vor. Widderkaninchen sind durch die besondere Anatomie ihrer hängenden Ohren leider besonders häufig von diesen Krankheitsbildern betroffen.

Anzeichen für das Vorliegen einer Ohrerkrankung bei ihrem Heimtier können unter anderem sein:

  • Kopfschiefhaltung
  • Ungewöhnliche Ohrhaltung
  • Vermehrtes Kratzen am Ohr
  • Kopfschütteln
  • Umfangsvermehrung am Ohrgrund (sog. Ohrgrundabszess)

Auch ein hängendes Augenlid, fehlender Lidschluss oder ein Hochziehen der Oberlippe können auf eine Ohrproblematik hinweisen. In einigen Fällen zeigen die Tiere auch keinerlei Symptome.

Eine Untersuchung des äußeren Gehörgangs mittels Otoskop, sowie ein Abtasten des Ohrgrundes gehören daher bei uns zu jeder Allgemeinuntersuchung. Bei Verdacht auf eine Mittelohrproblematik ist eine Computertomographie das Diagnostikum der Wahl (Maximilian Reuschel (2018): Untersuchungen zur Bildgebung des Kaninchenohres mit besonderer Berücksichtigung der Diagnostik einer Otitis bei unterschiedlichen Kaninchenrassen, Dissertation, Hannover). Diese kann in unserer Klinik schnell, stressarm und in vielen Fällen ohne Anästhesie durchgeführt werden.

Je nach vorliegender Krankheit kann ihr Tier mit Medikamenten, einer Ohrreinigung oder diversen Operationsmethoden (z.B. partielle oder totale Gehörgangsablation, laterale oder ventrale Bullaosteotomie, Myringotomie) therapiert werden.