Hormonelle und chirurgische Kastration

Kastrationen werden bei männlichen Heimtieren vor allem durchgeführt, um ungewollte Trächtigkeiten zu verhindern und den Tieren ein artgerechtes Sozialleben zu ermöglichen. So zeigen z.B. unkastrierte männliche Kaninchen Artgenossen gegenüber meist starke Aggressionen, was eine nötige Vergesellschaftung fast unmöglich macht.

Auch bei weiblichen Heimtieren kann eine Kastration, vor allem zur Vermeidung oder zur Therapie von Erkrankungen des Genitaltraktes, angezeigt sein. Besonders weibliche Kaninchen neigen zu tumorösen Veränderungen der Gebärmutter, welche oftmals bösartig sind und in Lunge, Leber oder Knochen streuen können. Eine prophylaktische Kastration sollte daher bei allen weiblichen Kaninchen ab einem Alter von 6 Monaten erwogen werden. Es ist ratsam unkastrierte weibliche Kaninchen regelmäßig, vor allem ab einem Alter von 3-4 Jahren, auf Veränderungen der Gebärmutter hin untersuchen zu lassen (z.B. durch Abtasten des Bauches und mittels Ultraschall).

Unkastrierte Frettchenfähen können z.T. lebensbedrohliche hormonelle Störungen entwickeln (die sogenannte Dauerranz). Im Gegensatz zu Kaninchen und vielen Nagetieren ist bei weiblichen und männlichen Frettchen eine hormonelle Kastration mittels Implantation eines Hormonchips möglich und stellt eine Alternative zur chirurgischen Kastration dar. Diese Behandlungsmethode geht weiterhin im Vergleich zur chirurgischen Kastration mit einem geringeren Risiko für das Auftreten von Nebennierenerkrankungen einher und muss alle 2-4 Jahre wiederholt werden.

Auch zur Behandlung von Vögeln mit Legenot und Dauerlegen kann eine hormonelle oder chirurgische Kastration, neben der Optimierung von Haltung und Fütterung (insbesondere der Kalziumversorgung), durchgeführt werden.