Beugesehnenverletzung bei Assistenzhund „Pitu“

Mit unserem aktuellen Fallbericht möchten wir auf Assistenzhunde aufmerksam machen. Oft haben sie eine intensive und kostspielige Ausbildung erhalten, um Menschen mit Handicap bei Aufgaben des täglichen Lebens zu unterstützen. Aufgrund der engen Bindung zu ihren Besitzern sind diese Hunde viel mehr als nur Haustiere. Sie sind enge Partner, beste Freunde und stets zuverlässige Begleiter, die das Leben der betroffenen Menschen im Alltag vereinfachen.

Seit mittlerweile 26 Jahren setzt sich der gemeinnützige Verein „Hunde für Handicaps e.V.“ dafür ein, geeignete Hunde zu Assistenzhunden auszubilden und Menschen mit Körperbehinderung oder chronischer Krankheit zu unterstützen. Gemeinsam werden sie aufeinander vorbereitet und trainiert, um am Ende die Assistenzhundteamprüfung zu absolvieren. Die ausgebildeten Assistenzhunde leben mit „ihrem“ Menschen im selben Haushalt und unterstützen ihn bei alltäglichen Aufgaben, wie z.B. heruntergefallene Gegenstände aufzuheben, Türen und Lichtschalter zu betätigen, beim Ausziehen zu helfen und noch vieles mehr. Zielgerichtet werden die Hunde auf die Bedürfnisse des zukünftigen Halters ausgebildet. Und auch Menschen mit Handicap, die bereits einen eigenen Hund haben und diesen als Assistenzhund ausbilden wollen, erhalten im Verein gute Möglichkeiten, ihren Bedarf zu trainieren und den Hund auf die Prüfung vorzubereiten. Die Motivation des Vereins liegt darin, Menschen mit Handicap zu mehr Selbständigkeit und Lebensfreude zu verhelfen und den Hunden einen tollen Teampartner an die Seite zu stellen, für den sie zu einem unersetzlichen Familienmitglied werden.

Kürzlich wurde uns eine solche Hündin namens Pitu im Notdienst vorgestellt. Sie befindet sich gerade mitten in der Ausbildung und soll demnächst mit ihrer Besitzerin Michaela die Teamprüfung ablegen. Überwiesen wurde sie aufgrund einer Schnittverletzung am rechten Hinterlauf. Bei näherer Betrachtung stellte sich schnell heraus, dass die Beugesehnen der Zehen durchtrennt waren. Derartige Verletzungen stellen ein ernstzunehmendes Problem dar, wenn sie nicht binnen kurzer Zeit adäquat chirurgisch versorgt werden. Denn eine gleichmäßige und schmerzfreie Belastung der betroffenen Pfote ist nur bei intaktem Sehnenapparat möglich. Anderenfalls resultieren permanente Lahmheit und anhaltende Schmerzen. Auch wenn die Schnittverletzung keinesfalls lebensbedrohlich war, bedeutete sie dennoch eine Gefahr für Pitus Leistungsfähigkeit als Assistenzhund. Um keinerlei Risiken einzugehen, wurde direkt für den nächsten Vormittag eine Notoperation angesetzt. Unsere Chirurgen adaptierten die Sehnen mit einer speziellen Nahttechnik und stellten die Pfote anschließend mit einer Art Gipsverband ruhig. So soll sichergestellt werden, dass die Sehnen in Ruhe und belastungsfrei verheilen können. Der Eingriff liegt nun ca. drei Wochen zurück. Für die kommenden Wochen ist Pitu noch „krankgeschrieben“, so dass sie ihre Aufgaben in Michaelas Haushalt noch nicht vollumfänglich wahrnehmen kann. Bis sie wieder voll einsetzbar ist, muss sie noch zweimal pro Woche zum Verbandswechsel kommen. Die Heilung verläuft bisher sehr gut und wir hoffen, dass die junge Hündin bald wieder an Michaelas Seite arbeiten kann.

Finanziert wird der Verein „Hunde für Handicaps e.V.“ übrigens von Spenden. Wir als Tierklinik werden unseren Anteil dazu beitragen, dieses großartige Projekt zu unterstützen und einen Teil der Behandlungskosten selber tragen. Sollten Sie mehr darüber erfahren wollen, können Sie sich gerne auf der Seite www.hundefuerhandicaps.de informieren. Hier finden Sie auch weitere Informationen über Michaela und Pitu.

Bleiben Sie gesund – Ihr Team der Tierklinik Posthausen

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