„Schnuckis“ langer Weg!

Im August dieses Jahres wurde uns Schnucki, eine 12-jährige Malteser-Hündin, vorgestellt.
Auf einem Parkplatz wurde sie von einem Auto überfahren, während sie von ihrem Frauchen an der Leine geführt wurde. Durch den Autounfall war ihr Becken zertrümmert. Sie war nicht in der Lage zu stehen oder zu gehen und hatte sehr starke Schmerzen. Die Verletzungen waren so schwerwiegend, dass wir mit ihrem Frauchen auch offen diskutierten, ob man sie nicht besser erlösen sollte.
Aber die Besitzerin glaubte an das kleine Kämpferherz war fest entschlossen, ihr eine Chance zu geben. Also wollten auch wir alles medizinisch und menschlich erdenklich Mögliche tun, um „Schnucki“ zu helfen!

Patienten mit so schweren Verletzungen bedürfen einer besonderen Hingabe und Zuwendung, da sie zumeist im Schockzustand vorgestellt werden, der vor allen anderen Maßnahmen zuerst behandelt werden muss. Anderenfalls können sie akut versterben. Auch nach der Operation benötigen die Tiere eine intensive Betreuung, weil unterschiedliche Medikamente über die Vene verabreicht werden müssen und (ähnlich wie beim Menschen) ein regelmäßiges Wenden erforderlich ist.

Ferner haben die Patienten bei Beckenbrüchen häufig Probleme mit dem Kot- und Urinabsatz der medizinisch unterstützt werden muss.
„Schnucki“ konnte mittels Tropfinfusion, Schmerzmedikamenten und anderen Maßnahmen erfolgreich stabilisiert werden. Am Folgetag fand die erste Operation statt. Insgesamt waren zwei Operationen erforderlich, um das Becken wieder aufzurichten und dauerhaft zu stabilisieren.
Die Eingriffe waren erfolgreich, jedoch starb die Haut infolge des Unfalls an unterschiedlichen Bereichen des Beckens ab und musste in mehreren Etappen abgetragen werden. Nur so konnte neues Gewebe nachwachsen und die großen Defekte sich schrittweise verschließen. Doch Frauchen ließ sich nie entmutigen, da auch ihr Liebling immer gut mitarbeitete und einen ausgeprägten Lebenswillen aufwies.

Es war ein langer Weg. Jedoch machte „Schnucki“ stets Fortschritte. Heute, drei Monate nach der ersten Operation, kann sie wieder laufen und toben. Alle Wunden sind gut verheilt. Die kleine Hündin kann ihren Lebensabend genießen und Frauchen ist glücklich, dass ihr Liebling wieder ganz die alte ist.

Wir freuen uns sehr, dass wir helfen konnten. „Schnuckis“ Lebenswille und die Ausdauer ihres Frauchens haben schließlich zu einem guten Ende geführt.
Das Team der Tierklinik Posthausen fühlt sich geehrt, dass wir dieses Weg begleiten durften.

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