Tennisbälle im Magen


Diesen Monat wurde uns Simon, ein junger Labrador vorgestellt. Er hatte ziemlich starke Bauchschmerzen. Seine Besitzer berichteten uns, dass er es - so wie viele andere Hunde seines Alters - liebt, draußen mit Stöcken und Bällen zu spielen.
In seiner Begeisterung für die Spielzeuge hatte er wohl Angst, diese mit seinen Artgenossen teilen zu müssen, weshalb er vermutlich einen verschluckte. Das Röntgenbild offenbarte jedoch viel schlimmeres, denn Simon hatte sogar zwei größere Bälle verschluckt. 

Für uns Tierärzte ist es immer wieder erstaunlich, dass auch größere Gegenstände wie Tennisbälle problemlos durch die Speiseröhre in den Magen gelangen. Während sich die meisten Fremdkörper endoskopisch entfernen lassen, war hier schnell klar, dass nur eine Operation schnelle und unkomplizierte Abhilfe verschaffen würde.

Die Bälle konnten schließlich in einer ca.einstündigen Operation aus dem Magen entfernt werden.


Für Simon hatte seine Leidenschaft jedoch weitere medizinische Konsequenzen. Denn wenn immer im Rahmen einer Operation der Magen-Darmtrakt eines Patienten eröffnet und wieder genäht werden muss, bedeutet es, dass der Patient für 1-3 Tage im Krankenhaus zu Beobachtung bleiben muss. Als gefährlichste Komplikation gilt, wenn es entlang der Nahtstellen zu kleinen Rissen kommt, in deren Folge Futter- oder Kotbrei in den Bauchraum laufen kann. Derartige Komplikationen kommen sehr sehr selten vor, können aber im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Deshalb werden manchmal je nach Verlauf und Zustand der Patienten täglich Blut- und Ultraschallkontrollen durchgeführt.



Bei Simon ist aber alles unkompliziert verlaufen. Er wurde am Tag nach der Operation bereits wieder vorsichtig getränkt und gefüttert. Die Ultraschallkontrollen ergaben, dass die Magennähte intakt waren, und auch sein Allgemeinbefinden war völlig ungetrübt. Deshalb durfte er zwei Tage nach der Operation wieder zu seinen Besitzern nach Hause.
Dieser Fall veranschaulicht einmal mehr, dass Spielzeuge für unsere Haustiere auch gefährlich sein können. Deshalb gilt es trotz aller Tierliebe und dem Drang, unsere Lieblinge zu verwöhnen, auch die nötige Vorsicht walten zu lassen. Jedoch sind wir sehr froh, dass in diesem Fall alles glimpflich verlaufen ist. Ob es Simon jedoch eine Lehre sein wird, bleibt abzuwarten.

 

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